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Game, Set und Match

Game, Set und Match

10 DENKWÜRDIGSTEN MOMENTE VON DER AUSTRALIAN OPEN GESCHICHTE
 

Tennisfans in der ganzen Welt erwarten jedes Jahr mit Hochspannung die Australian Open. Das jährliche Auftaktturnier der Tennissaison sorgt immer zuverlässig für unvergessliche Augenblicke. Während das diesjährige Turnier gerade ausgetragen wird, schauen wir auf einige der denkwürdigsten Momente in der Geschichte des “Happy Slams” zurück.

Nass 

Manchmal wird aus ganz normalen Bedingungen ein wahrer Sturm aus Schwierigkeiten oder, wie in diesem Fall, eine wahre Flut. Unmittelbar nachdem Andre Agassi Aaron Krickstein 1995 im Halbfinale besiegt hatte, brach das Abwassersystem des Stadiums zusammen und der Platz füllte sich literweise mit Wasser. Was dieses Jahr besonders bizarr machte war die Hitzewelle, die der Flut folgte und die Williams Schwestern dazu zwang, ihren finalen Entscheidungskampf nach drinnen zu verlegen um der 45 Grad Hitze zu entfliehen. Ein denkwürdiger Moment, der gezeigt hat dass die Natur ein Turnier durcheinander bringen kann, obwohl das Stadium ein Dach hat.

Rekord brechend 

Viele Spiele in der Geschichte des Turniers haben einige Stunden gedauert, aber kein Match war so anspruchsvoll wie das Aufeinandertreffen 2012 zwischen Novak Djokovic and Rafael Nadal. Die Spieler kämpften für rekordbrechende fünf Stunden und 53 Minuten und brachten es damit auf das längste Finale, das je in einem Major-Turnier gespielt wurde. Beide Spieler ignorierten die Schmerzen einer knallharten Begegnung, die den vorherigen Rekordhalter, das US Open Finale 1988 zwischen Ivan Lendl und Mats Wilander um fast eine Stunde in den Schatten stellte. “Wir haben heute Abend Geschichte geschrieben”, sagte ein erledigter Djokavic bei der Feier nach dem Spiel, und fügte hinzu “Leider kann es keine zwei Gewinner geben.” Zu diesem Zeitpunkt fiel es den beiden sichtlich schwer auf den Füßen zu stehen.

Niederschmelzend

Das Australian Open Damen Finale 2002 zwischen Jennifer Capriati und Martina Hingis wird nicht nur wegen des spannenden Wettkampfes und des wundersamen Gegenschlages der Amerikanerin erinnert, sondern auch wegen der glühend heißen Bedingungen auf dem Platz, die die Australian Open in den Australian Ofen verwandelten. Die Temperaturen auf dem Platz erreichten knapp die 50°C-Marke.
Capriati war die Titelverteidigerin nachdem sie Hingis im vorherigen Jahr geschlagen hatte. Hingis wähnte sich das Match in der Tasche zu haben nachdem sie einen großen Vorsprung im zweiten Satz erreichte. Capriati ließ sich durch den Rückstand nicht beeindrucken und zog ein großartiges Comeback durch.
Zwischen langen, prüfenden Punkten suchten beide Spielerinnen Erleichterung indem sie die schattigen Plätze der Linienrichter einnahmen, hängten erschöpft über der Platzabsperrung, verließen mehrmal den Platz und legten im Falle von Hingis eine Eis-Weste an. Während der 10-minütigen Pause nach dem zweiten Satz waren beide Frauen in der Umkleidekabine in Eis gepackt.

Ungezogen

Der amerikanische Tennis Pro John McEnroe ist wohlbekannt für sein Temperament und das Herumwerfen seiner Tennisschläger und es ist ihm nicht fremd, dafür vom Platz zu fliegen. Bei den Australian Open 1990 geschah dies jedoch auf eine ganz besondere Art. McEnroe spielte gegen den Schweden Mikael Pernfors und hatte bereits sowohl eine Warnung für das Einschüchtern einer Linienrichterin erhalten, als auch Punktabzug für das Kaputtschlagen seines Schlägers erhalten. Offensichtlich nicht wissend, dass die im Vorjahr geltende “Four-Strike” Regel in eine “Three-Strike” Regel geändert wurde, ging McEnroe eine Nummer zu weit und befahl dem Wettkampfrichter “Just go f*** your mother.” Innerhalb von Sekundenbruchteilen gab daraufhin der britische Schiedsrichter Gerry Armstrong bekannt: “Verbal abuse, audible obscenity, Mr McEnroe. Default. Game, set and match, Pernfors.” (“Verbale Misshandlung, hörbare Unanständigkeiten, Mr McEnroe. Vorgabe. Spiel, Satz und Sieg, Pernfors.”) Und McEnroes Antwort? “Ich kann nicht sagen dass ich überrascht bin. So musste es kommen.” Er war der erste Spieler in 30 Jahren, der vom Turnier ausgeschlossen wurde.

Episch

Das Halbfinal-Match der Männer 2005 zwischen Marat Safin und Roger Federer wird regelmäßig als eines der besten Matches auf Melbournes Hartplätzen gehandelt. Zum Ende des Fünf-Sätze-Thrillers war der Schweizer Meister körperlich sichtlich angegriffen, aber seine Hartnäckigkeit brauchte die äußerste Anstrengung des lebhaften Russen um sich durchsetzen zu können. Stil gegen Stärke und viel mehr in einem packenden Zusammentreffen.

Konkurrierend

Der Wettkampf zwischen Martina Navratilova und Chris Evert-Lloyd 1982 wird nicht nur als eines der besten Matches in der Geschichte der Australian Open betrachtet, auch ist es ein Klassiker in der Geschichte der Rivalität zwischen den beiden Damen. Dieses Match wird jedoch nicht für seine historischen Spielstände erinnert (Evert setzte sich 6-3, 2-6, 6-3 durch) sondern für dessen Spielqualität. Beide Frauen starteten langsam und hatten im Laufe des Matches einige fantastische Ballwechsel. Es war das erste Australian Open für Evert und wohl eines, das sie niemals vergessen wird.


Erfrischend

Das Ergebnis des Herren Finales 1992 war keine große Überraschung. Jim Courier dominierte Stefan Edberg über das gesamte Match. Die Feier, die danach stattfand, schrieb jedoch Geschichte. Überwältigt von der Hitze und der körperlichen Herausforderung, sprang Courier gemeinsam mit seinem Trainer in den Yarra River. Für den Fluss war bereits eine 18 mal stärkere Verschmutzung bekanntgegeben worden, als für den Menschen zulässig.   

Emotional

Rafael Nadal und Roger Federer waren auf Augenhöhe und sehr wettbewerbsorientierte Spieler als sie sich 2009 im Finale der Australian Open begegneten. Nach der zermürbenden Niederlage gegen seinen größten Rivalen, konnte Roger Federer seinen Schmerz nicht für sich behalten. Die Schweizer Legende begann heftig zu weinen, die Tränen strömten über sein Gesicht. In einer großen Geste der Sportlichkeit tröstete Nadal seinen Herausforderer mit einer Umarmung und erwärmte damit die Herzen der Zuschauer. Nadal gewann vielleicht das Spiel und das Match. Federer gewann mit seinem Gefühlsausbruch jedoch das Herz des Publikums.

Entscheidend

Beide Williams Schwestern in einem Finale gegeneinander spielen zu sehen ist aufregend genug, ihr Entscheidungskampf bei den Australian Open 2003 war jedoch besonders erwähnenswert. Die Schwestern standen sich in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in einem Grand Slam Match gegenüber, Serena gewann sie alle. Die Tatsache, dass Venus im letzten Spiel vier Aufschlagfehler begang, nahm dem Match, das als Musterbeispiel für Power Tennis gegolten hatte, etwas von seinem Glanz.
Fun Fact: Zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers wurde ein gesamtes Australian Open Finale in der Halle gespielt, da die Temperaturen in Melbourne an diesem Tag unglaubliche 42 °C erreichten.

Brütend

Rod Lavers Sieg über Tony Roche im Australian Open Halbfinale 1969 ist wegen der Legenden um dieses Match ein Muss für diese Liste. Laver gewann das damalige Turnier genauso wie die anderen drei Majors in diesem Jahr und erlangte damit den zweiten Grand Slam Sieg seiner Karriere. Er beschloss den Grand Slam erneut mit einem Sieg gegen Roche im U.S. Open Finale.
Beeindruckend genug ist, dass der zweite Satz aus 42 Spielen bestand und mit uralten Schlägern auf einem Platz ausgetragen wurde, den heutige Spieler als herausfordernd bezeichnen würden. Das eigentlich Erwähnenswerte für viele ist aber, dass Laver und Roche dieses verlängerte Match in 40,5 Grad Hitze austrugen und Laver sogar Kohlblätter in seiner Kappe trug um einen kühlen Kopf zu bewahren.
Roche gewann, trotzdem er die ersten zwei Sätze verloren hatte, den dritten Satz und fegte Laver auch im vierten Satz vom Platz. Roche erschien zwar der frischere Spieler zu sein, Laver jedoch zeigte seine Hartnäckigkeit, indem er der Hitze zum Trotz, Roches Dynamik im fünften Satz beendete.

 

Die Australian Open 2016 enden dieses Wochenende und es bleibt abzuwarten, ob diese Liste dann zu revidieren ist.
Das Finale der Herren wird zwischen Novak Djokovic, der am Donnerstag das Gigantenduell im Halbfinale gegen Roger Federer gewonnen hat, und dem Briten und Weltranglistenzweiten Andy Murray oder den Kanadier Milos Raonic am Sonntag ausgetragen.
Angelique Kerber erreichte als erste Deutsche seit Anke Huber 1996 das Finale in Melbourne und trifft am Samstag auf Serena Williams.